We Are Sorry










 

We Are Sorry 2025

Stickgarn auf Aida Stoff, 11 Bilder unterschiedlicher Größe, alte Bilderrahmen (Holz)
variable Hängung

Die Arbeit greift auf ein technisches Zeichensystem zurück, das für gestörte Kommunikation steht: HTTP-Statuscodes der 400er-Reihe, die beim Aufruf einer URL Fehler oder Abbrüche markieren. Diese maschinellen Rückmeldungen werden in eine analoge Bildsprache übersetzt, die an gestickte Haus- und Erbauungssprüche erinnert, wie sie bis ins 20. Jahrhundert hinein in privaten Haushalten verbreitet waren.

Aus der Distanz wirken die Bilder wie schwarze Bildschirme mit weißer Schrift. Erst aus der Nähe wird sichtbar, dass die Buchstaben aus farbigen Kreuzstichen bestehen. Die Stickerei folgt dabei dem Prinzip der additiven Farbmischung: Einzelne Farbwerte verschmelzen im Auge zu einem hellen Ton. Das textile Raster übernimmt die Funktion eines Pixelrasters, der Kreuzstich wird zum Bildpunkt.

In dieser Übertragung verschieben sich die Bedeutungen der Codes. Was ursprünglich präzise Maschinenkommunikation beschreibt, lässt sich auch als Metapher fü rmenschliche Verständigung lesen: not found, forbidden oder conflict verweisen auf Zustände des Scheiterns, der Abwehr oder des Aneinander-vorbei-Sprechens. Die höfliche Formel We are sorry verstärkt diesen Effekt – eine standardisierte Entschuldigung ohne Adressat, ohne Verantwortung.

Die Arbeit verbindet digitale Syntax mit tradierten Bildformen und macht sichtbar, wie eng technische und soziale Kommunikationsstrukturen miteinander verwoben sind.

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