PFT










 

PFT (Plant/People Functional Types) 2022

Fotomontage, Papier
DIN A4

Die Arbeit greift den Begriff der Plant Functional Types aus der Ökologie auf und überträgt ihn auf Menschen. Während Pflanzen dort nach funktionalen Eigenschaften und Rollen im Systemgeordnet werden, ersetzt PFT das botanische Bezugssystem durch ein soziales.

Ausgangspunkt ist ein fiktives Sammelalbum, das in funktionale Kategorien gegliedert ist. Die Rubriken orientieren sich an pflanzlichen Funktionen wie Bestäubung, Abwehr, Fortpflanzung oder Wurzeltypen. Innerhalb dieserOrdnung sind Sammelbilder eingeordnet, deren Herkunft aus einem historischen Fundus stammt: Schauspielerinnen und Schauspieler der Nachkriegszeit, ursprünglich selbst Träger klarer Rollen- undTypenzuschreibungen.

Die Bilder wurden vereinheitlicht und bearbeitet. Die Gesichter sind entfernt, lediglich die Augen bleiben sichtbar. Individuelle Identität tritt zurück, während der Blick als Projektionsfläche erhalten bleibt. Die Zuordnung der Bilder zu den funktionalen Kategorien folgt keiner überprüfbaren Logik, wird jedoch durch die bereits eingesetzten Beispiele als mögliches System lesbar.

Das Album ist nur teilweise gefüllt. Leere Felder bleiben sichtbar und beschriftet. Dadurch wird der Betrachter selbst in den Prozess einbezogen: Die funktionalen Begriffe rufen Assoziationen hervor, die nahezu automatisch auf menschliche Eigenschaften übertragen werden. Die Sammlung wird im Kopf fortgesetzt.

PFT zeigt Typisierung nicht als Ergebnis, sondern als Verfahren. Zuschreibungen entstehen aus vorhandenen Bildern, Begriffen und Ordnungssystemen – unabhängig davon, ob sie zutreffen oder zufällig sind. Entscheidend ist nicht die Richtigkeit der Zuordnung, sondern ihre Plausibilität.

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