Onomat










 

Onomat 2024

Holztafeln mit Buchstaben (Acryllack) in Liedstandsanzeigern
je 133cm x 66cm

Im Kirchenraum von St. Laurentius werden zusätzliche Liedstandsanzeiger installiert, die formal Teil des vorhandenen Inventars sind, jedoch nicht mehr regulär genutzt werden. Sie entsprechen in Größe, Materialität, Farbigkeit und Typografie den bestehenden Anzeigern, die im Gottesdienst die Nummern der zu singenden Lieder anzeigen. Anstelle von Ziffern tragen diese Anzeiger Buchstaben. Die einzelnen Tafeln sind so kombiniert, dass sie lautmalerische Begriffe bilden – Onomatopoesien, die Klänge und Geräusche evozieren. Die Anzeiger hängen einander gegenüber an den Seiten des Mittelschiffs und rahmen die Gemeinde räumlich ein.

Während die regulären Liedtafeln lediglich auf Texte im Gesangbuch verweisen, werden diese Anzeiger selbst zum Text. Die Begriffe stehen nicht für festgelegte Lieder, sondern für mögliche Klänge, die im liturgischen Kontext ungewohnt oder ausgeschlossen sind. Sie bleiben lesbar, ohne gesungen zu werden, und können innerlich gehört oder gedanklich fortgeführt werden.

Die Arbeit nutzt die bestehende Kommunikationsstruktur des Kirchenraums und verschiebt ihre Funktion. Der Klang entsteht nicht aus einem vorgegebenen Kanon, sondern aus individueller Imagination oder kollektiver Resonanz. Onomat thematisiert damit die Position des Einzelnen innerhalb eines festgelegten Systems und eröffnet einen Raum für Abweichung, Teilnahme und Eigenklang.

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