
Mehring-Str. 12 2010
Lackmarker auf Klarsichtfolie vor Fenster und Wand
raumgreifend
Auf den Fensterscheiben liegen transparente Folien, auf denen mit weißen Linien exakt das gezeichnet ist, was man von innen nach außen sieht: Häuserzeilen, Balkone, Autos, Baumwipfel. Von der Position im Raum deckt sich die Zeichnung mit dem realen Außenraum. Bei Tageslicht wirken die Linien durch den hellen Hintergrund grau, bei Dunkelheit werden sie klar und präzise sichtbar.
Die gleiche Zeichnung erscheint ein zweites Mal: als schwarze Linien auf Folien, montiert im rechten Winkel zur Fensterfront auf der Wand. Die Motive bleiben im identischen Maß und Abstand, als würde sich die Fensterreihe in den Raum hinein fortsetzen.
Mehring-Str. 12 erzeugt zwei Ebenen desselben Blicks: den realen Außenraum am Fenster und seinen verlagerten Abdruck im Raum. Zwischen beiden entsteht ein minimaler Versatz, in dem das Auge permanent zwischen „sehen“ und „zeichnen“ wechselt.



