
Kommt Ein Mann 2020
Lack auf Isolierglas, Tape
67cm x 140cm x 140cm
Acht Glasscheiben sind kreisförmig um einen zentralen Rotationspunkt angeordnet. Auf jeder Scheibe befindet sich die zeichnerische Darstellung eines einzelnen Standbildes: eine Hand, die sich schrittweise nach vorn bewegt. Die Scheiben bilden zusammen eine räumliche Sequenz.
Die Abfolge bezieht sich auf das bekannte Kinderspiel „Kommt ein Mann die Treppe hoch …“. In der Arbeit wird diese Bewegung nicht linear erzählt, sondern in einen Kreis überführt. Die Geste besitzt keinen Anfang und kein Ende. Erst durch die Bewegung des Blicks setzt sich die Sequenz zusammen.
Die Zeichnungen sind von beiden Seiten sichtbar. Ab einem bestimmten Punkt betrachtet man die Bilder von der Rückseite. Die Bewegungsrichtung kippt: Was zuvor als Vorwärtsbewegung gelesen wurde, erscheint nun gegenläufig. Die Hand bleibt dieselbe, die Abfolge verändert sich allein durch denStandort des Betrachters.
Die Arbeit funktioniert als räumlicher Loop. Bewegung entsteht nicht tatsächlich, sondern im Kopf. Wahrnehmung, Erinnerung und Wiederholung greifen ineinander, ohne sich zu einem eindeutigen Ablauf zu schließen.
