
Ich Bin 2025
2 LED Panels, Klebefolie,Kabel, Stecker, Bewegungsmelder
jeweils 120cm x 30cm x 5cm
In der Unikirche flankieren zwei Leuchtkästen den Raum wie seitliche Widerlager. Ihre Form und Funktionslogik sind an digitale CAPTCHA-Abfragen angelehnt – jene kurzen Prüfungen, mit denen Nutzer bestätigen sollen, kein Roboter zu sein.
Die Leuchtkästen zeigen die Aussagen "Ich bin keine Welle" und "Ich bin kein Teilchen", jeweils ergänzt um ein leeres Ankreuzfeld. Die vertraute Struktur suggeriert eine einfache Entscheidung, verweigert sie jedoch zugleich: Die Kästchen lassen sich nicht markieren. Die Wahl bleibt formal offen und faktisch unmöglich. Durch Bewegungsmelder aktiviert, erscheinen die Texte situativ – ähnlich einem digitalen Dialogfenster, das unerwartet aufpoppt. Der Akt des Erscheinens ersetzt die Handlung des Ankreuzens.
Die Arbeit verbindet digitale Prüfmechanismen mit einer grundlegenden Frage der Wahrnehmung: In der Quantenphysik ist Licht weder eindeutig Welle noch eindeutig Teilchen; sein Zustand zeigt sich erst durch Beobachtung – und auch dann nur jeweils als eines von beidem. Die Formulierung über das Nicht-Sein hält beide Möglichkeiten gleichzeitig präsent, ohne sie aufzulösen. So entsteht ein Zustand der Schwebe: zwischen Selbstbeschreibung und Verweigerung, zwischen Zuschreibung und Erfahrung. Ich Bin erscheint hier nicht als Feststellung, sondern als offene Struktur –abhängig von Kontext, Blick und Moment.





