
Handspiel 2014
Lackstift auf Transparentfolien, Holzbilderrahmen, Lack
I _ 25cm x 36cm
II _ 26cm x 34cm
III _ 27cm x 32cm
IV _ 31cm x 36cm
V _ 27cm x 32cm
Die Serie nutzt alte Holzrahmen, deren Innenraum in Schichten aufgebaut ist. Die hinterste Folie liegt plan; jede weitere wölbt sich in gleichmäßigen Abständen nach vorn. Auf den fünf Ebenen liegt jeweils ein Einzelbild derselben Handbewegung. Die Geste ist symmetrisch angelegt: Ein Handpaar führt eine korrelierte Handlung aus, deren Ablauf sich in beide Richtungen schließen lässt.
Die Sequenz folgt einer festen Ordnung. Folie 1 zeigt die Ausgangsposition, Folie 2 den ersten Schritt, Folie 3 den zentralen Punkt der Bewegung. Folie 4entspricht dem Zustand von Folie 2 als Spiegelung, Folie 5 spiegelt die Ausgangsposition. Der Ablauf bildet einen Loop, der sich nicht zeitlich, sondern räumlich entfaltet.
Erst der Blick verbindet die Ebenen. Der Betrachter wandert von Folie zu Folie und setzt damit die Bewegung in Gang. Alle fünf Zustände existieren gleichzeitig, aber nur im individuellen Lesen entsteht ein Verlauf. Handspiel macht eine alltägliche Geste nicht narrativ, sondern strukturell sichtbar: Die Bewegung liegt nicht im Material, sondern in der Entscheidung, wie man es betrachtet.



