
Handlungsstrang 2012
50 Kopierfolien mit Markerzeichnungen, Metallgestänge, Kunststoff
60 cm x 120 cm x 40 cm
Die Arbeit besteht aus dem Gestell eines schlichten, mobilen Kleiderschrankes. Statt Kleidung trägt es zwei Metallstangen, auf die fünfzig transparente Kopierfolien aufgefädelt sind – jede Folie mit einem Handpaar, mit schwarzem Marker gezeichnet. Die Zeichnungen basieren auf fotografierten Gesten von Bewohner*innen des Dorfes Testorf am Schaalsee: Menschen zeigen ihre Hände in typischen Bewegungen – beruflich, privat, alltäglich.
In gleichen Abständen hintereinander angeordnet, überlagern sich die Folien zu einem visuellen Strang: Eine Geste geht in die nächste über, einzelne Linien fragmentieren, schließen sich wieder, verdichten sich. Aus vielen individuellen Bewegungsformen entsteht ein gemeinsamer Rhythmus, der nicht auf eine einzelne Person verweist, sondern auf das kollektive Potenzial eines Ortes.
Der titelgebende „Handlungsstrang“ ist damit nicht erzählerisch, sondern wörtlich: ein Geflecht aus Fähigkeiten, Tätigkeiten und Gewohnheiten, das sich wie ein Zeitfaden durch die transparente Struktur zieht. Die Arbeit beschreibt keine abgeschlossene Identität, sondern die gleichzeitige Präsenz vieler möglicher Tätigkeiten, die sich zu einem Bild formieren.



