
Geben Und Nehmen 2013
20 Glasscheiben mit Lackzeichnungen
ca. 100cm x 150cm x 40cm
Zwei nebeneinander gestapelte Gruppen von Glasscheiben zeigen eine einzige Handbewegung in zwei entgegengesetzten Richtungen. Auf der linkenSeite öffnet sich eine Faust Bild für Bild, bis die Hand frei liegt; rechts erscheinen die selben Zeichnungen spiegelverkehrt, sodass sich die Hand schließt. Die Sequenz ist identisch – nur die Reihenfolge ist vertauscht. Geben und Nehmen entspringen damit derselben Geste, verschoben im Ablauf.
Die Zeichnungen liegen jeweils auf transparentem Glas, nicht auf einem Bildträger. So überlagern sich Vorder- und Hintergrund, frühere und spätereZustände. Die Bewegung entsteht nicht im Objekt selbst, sondern im Blick, der sich zwischen den Ebenen hindurchtastet.
Dadurch entsteht keine neue Handlung, sondern ein Perspektivwechsel: Der identische Ablauf wird einmal als Geben, einmal als Nehmen lesbar. Die Bedeutung entsteht nicht durch Veränderung des Motivmaterials, sondern ausschließlich durch seine Ordnung im Raum.
