
Fairytales seit 2011
Die Serie Fairytales untersucht Werbebilder, in denen Porträts als makellose Oberflächen erscheinen. Kreisförmige Ausschnitte werden aus den Kampagnen entnommen und in Schraubgläser überführt. Die Gläser fungieren als Container, in denen einzelne Zonen eines Gesichts – Haut, Haar, Schatten, Lippen – isoliert und gespeichert werden.
Die Arbeiten entwickeln unterschiedliche räumliche Anordnungen: Brüderchen und Schwesterchen fasst zwei Porträts vertikal und stellt sie einander gegenüber. Sterntaler verteilt die Fragmente über die Wand, bis ein Kopf nur noch als Streuung lesbar bleibt. Schneewittchen kombiniert zwei linke Gesichtshälften zu einer rechten Seite und organisiert die Gläser zu einem Kreis.
Die Märchentitel strukturieren die Verfahren: Verwandlung, Auflösung, Verdoppelung. Die Bilder werden nicht interpretiert, sondern zerlegt, archiviert und neu angeordnet. Identität entsteht nicht aus dem Blick auf eine Person, sondern aus den Bedingungen ihrer Darstellung.