
Ede 2010
Installation; Zeichnung, Lackstift auf Glas (Vitrinenfenster)
43cm x 60cm
Vier Fensterflügel sind dauerhaft geöffnet montiert. Auf jedem Glas befindet sich dieselbe Person aus einer anderen Ansicht: frontal an der Wand, dazwischen zwei Halbprofile, am äußersten Flügel das klare Profil. Die Zeichnung folgt der Mechanik des Fensters: jederWinkel trägt eine Perspektive, als würde der Körper sich entlang der Scharniere entfalten.
Im Raum entsteht ein Portrait, das nicht da ist. Die Linien auf den Scheiben behaupten einen Körper, der zwischen ihnen existiert: im Abstand, in der Überlagerung, im Blick des Betrachters. Wer sich bewegt, verschiebt die Konturen gegeneinander und erzeugt wechselnde Momente von Übereinstimmung oder Zerfall.
Ede zeigt Identität als räumlichen Vorgang. Nicht die Scheiben tragen das Gesicht, sondern der Raum dazwischen — jener Zwischenraum, indem Perspektiven aufeinandertreffen und sich zu einem flüchtigen Körper schließen.
