Beute (nach Oudry)










 

Beute (nach Oudry) 2025

Objekt,Acrylscheiben, transparente Farbfolie, Draht
180cm x 50cm + 3cm variabel

Beute geht von einem Jagdstillleben Jean-Baptiste Oudrys aus, in dem ein Rehbock als zentrales Trophäenmotiv erscheint. Die Silhouette des Tieres wird aus dem Gemälde isoliert, vervielfacht und aus transluzentem Kunststoff gefertigt. Der Körper hängt – wie im historischen Vorbild – von der Decke herab.

Die drei übereinander gelagerten Figuren sind in den Farben der subtraktiven Farbmischung Cyan, Magenta und Gelb gehalten. Durch ihre Überlagerung entstehen reale Mischfarben wie Grün, Orange und Violett. Anders als in der Malerei wird Farbe hier nicht simuliert, sondern physikalisch wirksam: Licht wird gefiltert, nicht erzeugt.

Die Vervielfachung entzieht dem Motiv seine Eindeutigkeit. Der Rehbock erscheint nicht mehr als einzelne Beute, sondern als instabile Erscheinung zwischen Körper, Farbe und Raum. Das Prunkstilleben wird nicht zitiert, sondern zerlegt. Repräsentation wird zu einer Frage der Wahrnehmung.

Meute und Beute bilden ein Gegenüber. Die eine Arbeit erzeugt Licht durch Überlagerung, die andere filtert es. Bewegung steht Stillstellung gegenüber, Kollektiv dem Einzelkörper. Beide Arbeiten lösen historische Jagdmotive aus ihrem narrativen Zusammenhang und überführen sie in Systeme von Farbe, Raum und Wahrnehmung.

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