
AllerHand seit 2024
Fassadenmalerei, Dispersionsfarbe, Sprühlack auf Putz
Schlachtermarkt, 2024
Glaisinstraße 3, 2025
Grüne Straße 20, 2025
AllerHand ist ein serielles Fassadenprojekt im öffentlichen Raum. Ausgangspunkt sind fragmentierte Darstellungen von Händen, entnommen aus Gemälden der Alten Meister aus der Sammlung des Staatlichen Museums Schwerin. Die Hände werden aus ihrem ursprünglichen Bildzusammenhang gelöst, freigestellt und in starkvergrößerter Form auf Fassaden übertragen. Der historische Hintergrund der Gemälde verschwindet; übrig bleiben isolierteGesten.
Die Hände erscheinen vor einem abstrahierten, grob gerasterten Hintergrund. Dieses Raster verweist auf digitale Bildstrukturen undersetzt den ursprünglichen malerischen Raum durch eine zeitgenössische Bildlogik. Historische Gestik und digitale Ästhetik treffen unmittelbar aufeinander. Die Fassaden fungieren dabei nicht als neutrale Träger, sondern als aktive Bildflächen im Stadtraum.
Durch die Konzentration auf Handgesten wird Kommunikation thematisiert, ohne Sprache zu verwenden. Hände verweisen auf Handeln, Zeigen, Bitten, Drohen, Segnen oder Abweisen – Gesten, die kulturgeschichtlich tief verankert und zugleich universell lesbar sind. Der Verlust des ursprünglichen Kontextes macht die Gesten offen für neue Zuschreibungen.
Als Serie angelegt, verteilt sich AllerHand auf mehrere Standorte im Stadtraum. Die einzelnen Fassaden stehen nicht isoliert, sondern bilden ein loses Netz von Blickpunkten. Die Arbeiten sind aus unterschiedlichen Entfernungen lesbar und verändern ihre Wirkung je nach Standpunkt, Bewegung und Tageslicht. So entsteht ein Spannungsfeld zwischen historischer Bildtradition, zeitgenössischer Bildproduktion und urbaner Wahrnehmung.
AllerHand versteht sich als fortlaufendes Projekt. Jede neue Fassade ergänzt die Serie, ohne sie abzuschließen. Die Arbeit bleibt fragmentarisch – so wie die Gesten selbst, die nie eindeutig sind, sondern immer zwischen Bedeutung und Interpretation oszillieren.





